„Der SmartPilot View gibt dem Anästhesisten eine wichtige Orientierungshilfe“,
so Professor Jürgen Schüttler, Direktor der Anästhesiologischen Klinik am
Universitätsklinikum Erlangen. „Der Anästhesist erhält Informationen darüber,
wie sich der Zustand eines Patienten während der Narkose entwickeln wird.
So kann er den Narkoseverlauf sicher steuern und Medikamente besser
dosieren.“
Das Vorbild für die Entwicklung des SmartPilot View stammt aus der Luftfahrt.
Hier liefern sogenannte Moving Maps dem Piloten Orientierung und sorgen für
Sicherheit: Die Flugzeugkoordinaten werden auf eine topografische Karte im
Cockpit übermittelt und grafisch angezeigt werden. „Die Moving Maps sind
uns eine wichtige Orientierungshilfe, denn sie zeigen das Flugzeug in seiner
Umgebung“, erklärt Hans Härting, Flugkapitän Boeing 737 Austrian Airlines.
„Der Pilot hat den Verlauf des Fluges dadurch immer im Blick und kann
rechtzeitig auf Störungen und vor allem Hindernisse reagieren.“
Transparenz in der Anästhesieführung
SmartPilot View funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie die Moving
Maps in der Luftfahrt. „Ziel unserer Entwicklung war es, dem Anästhesisten
die Möglichkeit zu geben, den Narkoselevel während der gesamten Operation
auch vorausschauend beurteilen zu können“, so Oliver Rosenthal, Leiter des
strategischen Geschäftsfeldes Anästhesie bei Dräger. So zeigt die Software
alle für die Narkosesteuerung wichtigen Informationen visuell aufbereitet auf
einem Bildschirm. Neben den kontinuierlich gemessenen Parametern, wie
Pulsrate und Blutdruck, stellt die Software insbesondere auch den errechneten zeitlichen Verlauf der Wirkung applizierter Medikamente und
deren kombinierten Effekt dar. Der Anästhesist kann so sehen, welcher
Narkoselevel des Patienten nach bewährten Berechnungsmodellen zu
erwarten ist und wie sich der berechnete Verlauf voraussichtlich entwickeln
wird.
Entscheidungshilfe für den Anästhesisten
„Mit einer genau dosierten Anästhesie erreichen wir eine kürzere
Nachschlafzeit des Patienten und entlasten so das Personal im
Aufwachraum“, so Professor Schüttler weiter. „Wenn sich das Modell zukünftig
auch auf die Rahmenbedingungen eines künstlichen Komas einstellen ließe,
dann könnte der Einsatz des SmartPilot View in der Intensivmedizin ebenfalls
große Vorteile bieten.“